Montag, 13. Februar 2006

Essgewohnheit

Das vergangene Wochenende habe ich in einem kleinen Dorf namens Sailly bei Cluny in Burgund verbracht. Dort wohnt meine ehemalige Gastfamilie aus Schüleraustauschzeiten, und da immer noch ein sehr guter Kontakt besteht, besuche ich sie ab und zu.

Selbstverständlich sah der Hauptbestandteil meiner dort verbrachten Zeit vor, möglichst gut zu essen und zu trinken. Zu meinem Glück war für den Samstag Abend ein gemeinsames Essen eines "Pot au feu" (Rindfleischsuppe mit Kartoffeln und enorm großen Gemüsestücken) für alle 60 Dorfbewohner vorgesehen. Dabei fiel mir auf, dass ich mich bereits in starkem Maße an die französischen (Ess-) Gepflogenheiten gewöhnt habe: So war ich beispielsweise überhaupt nicht mehr überrascht, dass der vereinbarte Beginn des Banketts zwar für 19.30h veranschlagt war, dass aber die Eingangssuppe erst eine Stunde später serviert wurde. Davor gab es ordentliche Mengen an Apéritifs und viel zu erzählen.

Zwischen den verschiedenen Menüstationen (Apéritif, Entrée, Hauptspeise, Käse, Dessert und als ständige Beigabe Brot), die sich bis gegen Mitternacht hinzogen, wurde ebenfalls viel geredet. Dennoch verging die Zeit wie im Fluge, und es kam in keiner Sekunde Langeweile auf.

Ich habe aber auch schon von anderen Feiern gehört (z.B. von der Hochzeit meines Kollegen), die sich von 17Uhr nachmittags auf diese Weise bis 3Uhr nachts schleppten. Da bin ich dann doch noch bekennende Deutsche und sage: das ist definitiv zu viel!

Und das Ende vom Lied: Nach meiner Rückkehr am Sonntag habe ich den Abend mit Bauchschmerzen und Wärmflasche auf dem Sofa verbracht...

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