Freitag, 17. Februar 2006

Going Underground: Metro in Not

Freitag!
16 Uhr: Wochenende. Nichts wie nach Hause.
Nur noch eine knappe Stunde Heimfahrtsweg per Tram und Bus. Die Tramlinie gibt es erst seit 2002, das Design der Wagen ist modern und zeigt die Silhouetten einiger Wahrzeichen der Stadt wie z.B. Fourvière, den Turm des Crédit Lyonnais oder die Cathédrale St. Jean aus der Altstadt.

Diese futuristischen Fortbewegungsmittel fallen allen Passagieren jedoch allenfalls durch ihr Fahrverhalten im Schneckentempo auf. Da sich überdies in der Nähe meiner Arbeitsstätte ein wichtiger Universitäts-Campus von Lyon I befindet, sind die Trams morgens und leider auch abends gestopft voll mit Studenten.

Freitags um 4 ist der Andrang meistens schwächer als unter der Woche, sodass ich nicht fürchten muss, von (Studenten-) Mengen erdrückt zu werden. Dafür haben die TCL (Transports en Commun Lyonnais) heute eine andere Überraschung auf Lager: Kurz vor Erreichen meines ersten Zwischenziels ertönt aus dem Lautsprecher, und diesmal sogar fast gut verständlich, dass die U-Bahnlinie D ein technisches Problem habe, und daher nur in eine Richtung fahre. Die Linie D ist diejenige, die vollkommen ohne Fahrer auskommt, und mir allein aus diesem Grund Respekt einflößt.

Da ich den Bus nehme, ist mir diese Durchsage also ziemlich egal. Bis ich merke, dass viele der eigentlichen U-Bahnfahrgäste nun auch mit meinem Bus fahren möchten! Die Bushaltestellen (diese U-Bahn Station ist eine der größten Umsteigeplätze in Lyon) quillen binnen einiger Minuten über, und auch die abfahrenden Busse ächzen unter den Passagieren, die sich mit letzter Kraft, aber mit Bestimmtheit und viel Ellbogen, in die letzten freien Kubikmillimeter quetschen.

So befinde ich mich nach einigem Warten in einem überheizten Bus und steige schließlich zwei Stationen früher aus, um in der frischen, mit Schadstoffen angereicherten Luft nach Hause zu laufen.

Schönes, wohlverdientes Wochenende!

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