Sonntag, 19. Februar 2006

Kampf den Laken

Das Bettenmachen nach französischem Vorbild kommt meiner Meinung nach der japanischen Papierfaltkunst Origami sehr nahe. Die genauen Laken-Falt- und Legetechniken sind mir ein Rätsel, und ich fürchte, ich habe weder die Geduld noch das Interesse, mich damit eingehend zu beschäftigen. Denn: Sieht das Ganze vor Gebrauch noch anmutend und kuschelig aus, erweist sich die Nacht darin als Bewährungsprobe.

Meistens sind die Matratzen zu weich und durchgelegen, so dass man immer wieder in der Mitte des Betts mit dem Anderen zusammen rasselt (Ist das gar gewollt?). Dann das Riesen-Kopfkissen ("oreiller"), das sich über die gesamte Breite erstreckt und zu Nackenschmerzen führt.

Aber das ist vergleichsweise harmlos mit dem, was ich an Kämpfen mit den verschiedenen Bettlaken, Decken, Deckbetten und Tagesdecken, die in mindestens vier Schichten übereinander liegen, austragen muss! Zuerst rutscht das untere Laken weg und zieht die wärmere Decke mit sich. Mir ist also kalt, und ich muss wieder die richtige Reihenfolge herstellen. Dabei gerät das Deckbett außer Kontrolle, und ich ersticke beinahe. Nachdem ich mich befreit habe, ist alles zu einem heillosen Chaos geworden, und ich gebe auf.

Und da stelle ich dann fest, dass meine Beinfreiheit ebenfalls eingeschränkt ist, da die Bettmach-Technik vorsieht, die verschiedenen "draps" (Bettlaken) unter der Matratze festzuklemmen. Ich strample wie verrückt, um wenigstens die Zehen bewegen zu können. Hups, jetzt habe ich alle in diesem Raum befindlichen Personen aufgeweckt.

Entschuldigung! Ich bin Ausländer und sehne mich nach meiner kuschligen Daunenbettdecke ohne Schnickschnack und Gewühle.

Keine Kommentare: