Montag, 6. Februar 2006

Unwetterkatastrophe

Vor zehn Tagen ist Lyon beinahe in unglaublichen Schneemassen versunken!
Ab morgens neun Uhr schneite es, was das Zeug hielt, und gegen 16 Uhr waren die Straßen mit einer ca. 3-5cm dicken Schneeschicht bedeckt.

Diese Katastrophe hat Lyon ganz heimtückisch und vor allem gänzlich unvorbereitet (diesesSchneetreiben wurde immerhin nur drei Tage im Voraus angekündigt, was den ohnehin schon gestressten Franzosen total überfordert) getroffen. Ich bin gemütlich, mit ca. 15 kreischenden Schulkindern, im kuschelig warmen Bus durch die Stadt nach Hause gefahren und konnte an Bord dieses Wunderwerks französischer Technik live miterleben, wie eine Großstadt in Chaos ausbricht. Auf der Straße lagen ca. 3-4cm Schnee, ein Unding!!!

Jedenfalls erklärte uns der nette Busfahrer, dass alle Busse bis zur jeweiligen Endstation führen und dann allesamt ins Depot gebracht würden. Das war gegen 16.40h, als es noch nicht einmal anfing glatt zu werden. Da ich sowieso nicht bis zur Endstation fahren musste, kam ich also so ziemlich ohne Verspätung nach Hause.

Andere Zeitgenossen hatten jedoch weit aus mehr Pech, und so wird davon berichtet, dass manche Bewohner umliegender Städte nicht einmal die Stadt verlassen konnten und sich in Lyon ein Hotel nehmen mussten. Andere kamen in zwei Stunden knappe 20 Meter im Auto vorwärts bevor sie das Auto in einer Garage abstellten, genervt zur nächsten U-Bahn Haltestelle liefen (Busse fuhren ja schon lange nicht mehr) und schließlich über den gefrierenden Schnee nach Hause wankten.

Die Lyoner Stadtwerke haben auf ganzer Linie versagt, kein Streudienst, keine Freischaufler, nichts! Es war eine Pracht und gibt mir einen guten Anlass, lustige Geschichten aus meiner momentanen Wahlheimat verlauten zu lassen.

Fazit: Bei plötzlichem Schneefall, auch wenn nur 5cm liegen bleiben, auf das Busfahren verzichten. Ich habe jedoch auch gehört, dass in manchen Fällen die U-Bahnen bei Schneechaos angehalten werden.

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