Samstag, 11. März 2006

Wohnungssuche in Lyon II: Gefunden!

Hat man nun nach einigem, teilweise ermüdendem Suchen das Wohnobjekt seiner Begierde gefunden, fängt der Mietspaß noch lange nicht an. Zuerst müssen viele kleine Hürden genommen werden bevor die kleine, überteuerte Wohnstätte besiedelt und eingerichtet werden kann.

Oder muss man etwa in Deutschland seinen gültigen Arbeitsvertrag, eine Bescheinigung des Arbeitgebers, dass man auch tatsächlich in dem Unternehmen, dessen Arbeitsvertrag man bereits vorgelegt hat, arbeitet, seine letzten drei Gehaltszettel, eine Personalausweiskopie, einen Auszug darüber, dass man die Miete der vorherigen Wohnung immer rechtzeitig bezahlt hat und eine Bankverbindung angeben?

Darüber hinaus müssen ein, besser zwei, in Frankreich ansässige Garanten genannt werden (auch wenn dies rechtswidrig ist (Artikel 22.1), wie mir im nachhinein eine Juristin mitteilte, denn man könnte genausogut Garanten in Deutschland nennen), die für den Mieter in spe bürgen, und die im Falle, dass jener die Miete nicht bezahlen kann, an seiner Statt Bares hinlegen. Diese Person(en) müssen übrigens die gleichen Dokumente abliefern.

Dann wird das ganze als "Bewerbung" in einem Ordner zusammengefasst und von der Agentur dem Wohnungseigentümer zur Prüfung vorgelegt. Wenn dieser den Anwärter schließlich für ein würdiges (und vor allem zahlfähiges) Mitglied der Gesellschaft befindet, dann hat unser glücklich Wartender gute Chancen, die Wohnung zu beziehen.

Zu diesem Zeitpunkt werden Agenturgebühren und Kautionszahlungen fällig. Und dann kann's losgehen: die Wohnung mit Möbeln bestücken, Internet, Strom und eventuell eine Telefonleitung anschließen lassen. Feststellen, dass dies und jenes nicht funktioniert... Das wird eine Menge Material für diesen Blog liefern ;-)

Ganz zu schweigen von der Wohnungseinweihungsfete, der "crémaillière", auf die sich die Kollegen bereits jetzt schon freuen. Diese wird dann die erste Bewährungsprobe des Nachbarschaftsverhältnisses... von ihrer lautesten Seite ;-)

Freuen Sie sich darauf!

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Boah, ganz schön heftig. Und ich dachte schlimmer als die Vermieter in Deutschland gibt es sonst nicht mehr. Peter

Anonym hat gesagt…

Naja, bis auf die Bürgen und eine Bestätigung des Arbeitgebers mußte ich so ziehmlich die gleichen Papiere vorlegen, als ich in Berlin auf Wohnungssuche ging.