Sonntag, 17. September 2006

Un air de vacances...

So richtig schön ist das Leben in der Stadt doch nur, wenn man diese ab und an mal verlässt. Samstag vor einer Woche machten wir uns zu dritt im Auto auf zu einem gemütlichen Abendessen bei Freundinnen in St. Chamond, das circa 50 km von Lyon in Richtung St. Etienne liegt.

Anstatt den günstigen Weg durch die Kleinstadt Givors zu nehmen, fuhren wir auf der A7 in Richtung Marseille weiter und mussten bei der Abzweigung für St. Etienne feststellen, dass die Ausfahrt zwecks Bauarbeiten komplett gesperrt war. Auf einem Schild stand zwar etwas von einer Umleitung, jedoch wurde mit keinem Wort vermerkt, wo diese denn nun wäre.

So erreichten wir schließlich die kleine antike Stadt Vienne mit ihrem römischen Amphitheater und fuhren geradewegs in einen Stau hinein, da hier, wie wir nun erkennen konnten, nun endlich die Umleitung nach St. Etienne ausgeschildert war. Diese war so präzise, dass wir uns letztlich auf einem Parkplatz des Einkaufszentrums Leclerc wiederfanden und beschlossen, uns alleinig auf die Land- und Straßenkarte zu verlassen.

Nach einigen weiteren unnötigen Kilometern landeten wir schließlich auf einer Höhenstraße und konnten bei zwischenzeitlich untergehender Sonne einen wunderschönen Ausblick auf die Landschaft des Naturparks "Le Pilat" genießen. Der Wind blies leicht durch die Autofenster, wir konnten die Erde der sich abkühlenden Mais- und Sonnenblumenfelder riechen und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit hatte ich wieder einen Blick in jene Weite, die einem die Gedanken und die Augen für das Schöne öffnet.

Als wir letztendlich bei unseren Freunden ankamen, war ich noch immer von diesem ungeplanten Aus- und Höhenflug benebelt. Und da wurde es mir wieder einmal klar: Ich bin kein Stadtmensch und werde es nie sein!

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