Donnerstag, 19. Oktober 2006

Präsidentschaftswahlen 2007 - I - Les Présidentielles

Parlons politique! Il n'y a pas de raison de se faire de la peine (ou plutôt Le Pen! ;-) Allez! Votez bien parce que moi, j'en ai pas le droit.

Nächstes Jahr im Mai stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen auf dem Programm. Diese finden alle fünf Jahre statt. Nach dem katastrophalen Ergebnis des ersten Wahldurchgangs im Jahre 2002, bei dem lediglich Jacques Chirac und Jean-Maire Le Pen für den zweiten Durchgang übrig blieben und der sozialistische Favorit Lionel Jospin den Kürzeren zog, sind bereits heute sämtliche Parteien - und natürlich die Medien - in Aufruhr.

So ist derzeit vor allem die Kandidatenfrage nach den "présidentiables" der beiden größten Parteien, der sozialistischen PS und der demokratisch- konservativen UMP, das Thema, das die politisch gesinnten Gemüter bewegt. Während die UMP diese Diskussion eher intern führt, gestaltet die PS ihre Kandidatenauswahl derart, dass die gesamte Nation daran teilhaben kann:

So wurden in den vergangenen Monaten verschiedene Namen in den Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen gebracht: François Hollande (Parteivorsitzender), Dominique Strauss-Kahn (ehemaliger Wirtschaftsminister von 1997-99; auch bekannt unter seinem Akronym DSK), Jack Lang (französisches, politisches Urgestein, in der Vergangenheit mehrfacher Kultus- und Bildungsminister), Laurent Fabius (Premier Ministre von 1984-86, Wirtschaftsminister 2000-2002 und bekennender Gegner der EU-Verfassung) und Ségolène Royal (Präsidentin der Region Poitou-Charentes (Poitiers), Lebensgefährtin von Partei Premier François Hollande, mit dem sie vier Kinder hat).

Nach der Schlappe des verlorenen Referendums zur EU-Verfassung am 29. Mai verzichtete Hollande auf seine Aussichten, Präsidentschaftskandidat zu werden. Seine Gefährtin Royal dagegen verzeichnete positive und stetig steigende Umfragewerte und ließ sich nun als Kandidatin zusammen mit DSK und Fabius aufstellen. Im September wagte der ehemalige Premier Minister Lionel Jospin einen letzten Versuch, sich ins politische Geschehen einzumischen und deutete vorsichtig seine mögliche Kandidatur an. Nach einem lauten Entsetzensaufschrei innerhalb der Partei ließ er jedoch davon ab.

Auch Jack Lang hat - auf Anraten des Partei Premiers Hollande - seine Ambitionen auf einen Wohnsitz im Elysée Palast aufgegeben.

Am 16. November wird der offizielle Kandidat der PS per Wahl der Parteimitglieder bestimmt. Falls es zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen sollte, ist ein zweiter Durchgang für den 23.11. angesetzt.

Was mich bei der oben beschriebenen Vorgehensweise der Sozialisten wundert, sind die offen ausgetragenen Diskussionen über potenzielle Kandidaten. Damit werden, so finde ich, interne, personelle und dabei auch persönliche Schwierigkeiten unter den Parteimitgliedern zu sehr nach außen getragen. Da ich jedoch Frankreich als ein Land erlebe, in dem generell viel und lange gesprochen und diskutiert wird, werden die Franzosen wohl meinen Einwand für unbedeutend halten.

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